Wieder zum Kind zu werden

ruffles, rüschen, denim

Den Kopf nur mit dem beschäftigen, was man sieht und fühlt – als Kind fällt uns das nicht schwer. Dieses fast schon meditative auf sich selbst fokussiert sein, was als Kind wie selbstverständlich vorhanden gewesen ist, geht mit der Zeit verloren. Das ist wohl die größte Aufgabe des Erwachsenwerdens: Wieder zum Kind zu werden.

Höhlen bauen, unsichtbare Pferdchen reiten, mit einer Strumpfhose auf dem Kopf ein Hase sein und mit Tiger-Hausschuhen eine gefährliche Raubkatze – als Kind bin ich komplett in meine Fantasie-Welten eingetaucht.

Meine ganzen Barbies, Pokémon-Karten und Beanie Babies haben mich dann irgendwann nicht mehr interessiert. Ich bin damals komplett in diese Realität voller imaginärer Wesen eingetaucht und auf einmal war dieser Teil von mir weg. So als hätte ich den Schlüssel zu einer Tür verloren, deren Raum hinter ihr mir ab sofort verborgen bleiben sollte.

Ich frage mich, ob ich diesen Tag bewusst erlebt habe. War es ein krasser Cut oder ein schleichender Prozess? So genau weiß ich das nicht mehr. Aber ich wünschte, ich hätte diesen Moment bewusster wahrgenommen. Eines erinnere ich noch ganz genau: Ich habe mich auf einmal unwohl gefühlt, mit meiner kleinen Schwester Barbie zu spielen und es dann irgendwann komplett sein gelassen.

Wie toll wäre es, die Welt da draußen mit der Erfahrung von jetzt durch meine kindlichen Augen sehen zu können? Teilweise kann ich wie viele andere wahrscheinlich auch noch total abschalten, wenn ich mich zum Beispiel ins Kino setze oder auf der Spielkonsole spiele. Aber irgendwie ist es doch nicht das gleiche. Dieses Gefühl, nach dem ich Suche, ist das komplette Eintauchen in eine Welt voller Magie. Und je älter ich werde, desto weniger glaube ich an diese magische Welt. Diese Desillusionierung umschreibt wohl den Prozess des Erwachsenwerdens.

Als Kind habe ich aber auch die Erwachsenen beneidet: lange Aufbleiben, selbstständig sein, Autofahren. Jede Lebensphase hat Vor-und Nachteile. Und die Dinge, die wir in so einer Phase als selbstverständlich wahrnehmen, sind später die, die uns am meisten fehlen. Wenn wir Kind sind, streben wir nach dem Erwachsensein und wenn wir erwachsen sind, wollen wir wieder Kind sein. Die Kunst ist aber im Hier und Jetzt bewusst das genießen zu können, was uns umgibt und nicht nach Dingen zu streben, die wir nicht in der Hand haben. 

3 comments

  1. Maj-Britt

    Es stimmt leider wirklich, man neigt dazu, dass haben zu wollen, was man gerade nicht hat...
    Das, wovon du schreibst, habe ich genauso wahrgenommen, irgendwann waren die "Traumwelten und die Fantasie" einfach weg:/ Letztens haben wir Kindervideos angeguckt und ich war überrascht, wie ich so war, weil so habe ich mich selber damals niiie wahrgenommen...;D
    Dein Outfit sieht übrigens TRAUMHAFT aus!*-*
    Alles Liebe,
    xxMaj-Britt

    https://majstatement.com/

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