Träume: Sprecht zu eurem 78-Jährigen Ich

sommer, bikini, meer und strandDer heutige Text geht um Träume. Ja, ich weiss! Dieses Wort könnte kaum abgenutzter sein. Während ich es niederschreibe, muss ich auch unweigerlich an eine geschwungene, rosafarbene Schrift denken, die klischeehaft vor einem Schwarz-Weiss-Bild zwei sich Küssender prangt. Aber gleichzeitig ist es einer der wichtigsten Begriffe in unserem Leben. Denn Träume treiben uns an, bringen uns Erfüllung oder gar zu absoluten Verzweiflung.

„In einigen Jahren vielleicht, da kriegen wir dann Kinder und bis dahin will ich auch was erreicht haben“, sagt sie.

„Aber was ist denn aus Deinem Wunsch geworden, zu singen?“, frage ich zurück.

„Man muss das alles halt mal realistisch sehen.“

„Inwiefern?“

„Naja, ich kann ja jetzt nicht alles hinwerfen, nur um irgendeiner Träumerei hinterherzurennen!“

Solche Gespräche führe ich mit zunehmendem Alter häufiger. Und wisst ihr was? Es zerreisst mir das Herz! Denn all' die Gründe, die vorgeschoben werden, um eben nicht das Jahr im Ausland zu verbringen, keine Gesangskarriere anzusteuern oder dem Wunsch nach Schauspiel nachzugehen, sind in meinen Augen Ausreden. Ausreden, die es erträglicher machen sollen, dass wir unser Leben nach einem Kompromiss leben. Der Kompromiss wird gebettet in: Bequemlichkeit, Faulheit, Sicherheitsdenken und Angst!

WIR ALLE HABEN TRÄUME

Wir alle haben Träume, als Kind mehr, als Erwachsener häufig ersetzt durch Kompromisse, weil wir uns gerne "sicher" in unserem Leben fühlen wollen. Doch Sicherheit ist eine Illusion, die uns von Menschen beigebracht und eingeredet wird, die diese selbst brauchen, um das Aufgeben ihrer Träume vor sich und anderen rechtfertigen zu können. Ihr wollt reisen? Tut es! Ihr wollt einen ungewöhnlichen Job ausüben? Tut es! Es passt grad alles zeitlich nicht? Das tut's doch nie!

HÖRT NICHT AUF DIE ÄNGSTLICHEN, SONDERN FRAGT DIE MUTIGEN,  WIE SIE'S GEMACHT HABEN

Hört auf zu fragen, ob andere eure Pläne als richtig empfinden. Denn ihre Antworten basieren ausschließlich auf den eigenen Erfahrungen. Und viele, die Ratschläge geben, haben in ungewöhnlichen und mutigen Dingen leider überhaupt keine Erfahrungen gesammelt. Sie nehmen aber denjenigen, die etwas wagen möchten, den Mut, indem sie ihnen die eigenen Ängste einreden.

EIN TRAUM KANN ETAPPENWEISE ERREICHT WERDEN

Ich weiß, es wirkt so leicht daher gesagt, dass ihr tun sollt, was euch erfüllt. Aber vielleicht hilft euch das Wissen, dass ein Traum auch etappenweise erreicht werden kann. Setzt euch einfach kleine Etappen-Traumziele, um vielleicht irgendwann das große Ganze zu erreichen. Und ihr solltet den Weg durchaus als Teil des Ziels wahrnehmen. Einen Traum noch nicht erreicht zu haben, ist unfassbar wertvoll, weil vor euch ein spannender Weg liegt. Schätzt euch also glücklich, dass ihr überhaupt einen Traum besitzt. Was soll das konkret bedeuten? Erinnert ihr euch noch an die Zeit, in der ihr euren Schul- oder Uniabschluss in der Tasche haben wolltet? Was ist passiert, als ihr diesen hattet? Danach kommt dann erst einmal eine Leere. Denn nicht das Ziel ist das Ziel. Nach Erreichen muss es nämlich weiter gehen – mit einem neuen Weg und einem neuen Ziel. Wichtig zu wissen ist: Der Mut, die Selbstüberwindung und die Arbeit auf dem Weg zur Erfüllung des Traumes sind ein großer Teil eures Traumes selbst.

SPRECHT ZU EUREM 78-JÄHRIGEN ICH

Genießt euren Weg also und macht es wie ich: Redet mit eurem 78-Jährigen Ich und schaut auf euer Leben zurück. Werdet ihr euren Enkelkindern erzählen "Damals da wollte ich gerne um die Welt reisen, habe mich aber nicht getraut und bin stattdessen 40 Jahre im gleichen Dorf geblieben, ganz sicher und gemütlich"?

Oder möchtet ihr euren Enkeln an euren Lebensweisheiten und an spannenden Geschichten eurer Reisen teilhaben lassen? Die Antwort darauf könnt ihr euch nur selber geben.

Ich habe beispielsweise während meiner Reise durch Australien einen jungen Mann getroffen, der gerade Abi gemacht hat. Er liebt das Reisen und kann sich nichts besseres vorstellen als auf einer traumhaften Insel Tauchlehrer zu werden. Seine Eltern haben sich aber etwas anderes für ihn vorgestellt und er will ihre Erwartungen erfüllen. Er selbst sieht diesen Weg aber gar nicht für sich. Er will zwar irgendwann studieren. Aber jetzt gerade brennt er für den Tauchlehrerschein, den er sich nicht zu machen traut, da er seine Familie nicht enttäuschen will. Ich habe ihm damals das gesagt, was ich euch jetzt sage:

Hört nicht auf die Ängstlichen und zeigt denjenigen, die sich haben verunsichern lassen, dass es wichtiger ist, für etwas zu brennen als jahrelang als Auswechselspieler sein eigenes Leben von der Bank aus zu beobachten und an sich vorbeiziehen zu sehen, während die andere Mannschaft Tore schießt.

3 comments

  1. Luise

    Ganz viel Liebe für diesen Beitrag Vicky <3 Man hätte dieses Thema nicht besser zusammenfassen können und ich unterschreibe dir gerne jedes einzelne Wort, was du hier geschrieben hast. Ich habe vor einiger Zeit einmal ein Video gesehen, wo es ältere Menschen gefragt haben, was sie in ihrem Leben bereuen und fast alle gaben die gleiche Antwort - die Dinge, die sie nicht in ihrem Leben gemacht haben!

    Es wird immer Menschen geben, die einem Angst machen wollen und einem die eigenen Träume und Ziele ausreden wollen, weil sie selbst nie geschafft haben ihre eigenen Träume zu leben. Man sollte auf sein Herz hören und wenn man für etwas brennt auch alles daran setzen es wahr werden zu lassen.

    Liebe Grüße
    Luise | http://www.just-myself.com

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  2. kati

    Toller Text und ich hoffe, dass er viele da draußen motiviert. Ich habe meinen sicheren Job gekündigt, weil ich immer reisen wollte,es aber nach der Schule nie getraut hatte. Nach 3-monatigem Reisen, habe ich gemerkt, dass ich noch nicht bereit bin, wieder zurückzugehen und bin einfach geblieben. Aus den “paar Monaten“ reisen ist ein neues Leben in einem anderen Land geworden, mit vieler Höhen und auch Tiefen aber ich bin froh, diese Erfahrung gemacht zu haben. Es erweitert den Horizont. “Man bereut nie, was man getan hat, sondern nur, was man nicht getan hat...“

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