Das Niedermachen einer Generation

modeblog-fashionblogMan ist genau dann am wenigsten selbstbewusst, wenn man es am meisten sein sollte: in seiner Jugend. Denn die Zukunft liegt – ganz abgedroschen gesagt – genau dort. Und obwohl das im Volksmund durchaus bekannt ist, kommt es nicht selten vor, dass über eben diese jüngere Generation geschimpft wird. „Damals war alles besser“ und „ Die jungen Leute, die unterhalten sich gar nicht mehr“ sind nur zwei von unzähligen Sticheleien gegen uns. Jung zu sein bedeutet, an sich selbst zu zweifeln. Zu keiner Zeit im Leben ist man weniger selbstbewusst als in der Jugend. Schade drum! Denn wenn man genauer darüber nachdenkt, ist diese Unsicherheit komplett unnötig! Heute möchte ich all jenen Mut machen, die sich durch die KO-Argumente der Älteren verunsichern lassen.

Ich selbst habe leider erst sehr spät durchschaut, dass dieses Niedermachen meiner Generation und derer, die nach mir kommen, eigentlich einen ganz anderen Ursprung hat. Es ist nämlich nicht wirklich alles schlechter, es wird eben nur schlecht gemacht. Warum? Weil der Nachwuchs den anderen zeigt, dass sie älter werden. Und genau davor haben viele Angst. Aber anstatt sich die neuen Medien anzueignen und das neue Konsum- und Kommunikationsverhalten zu studieren, wird es als schlecht abgetan. Ist ja auch viel einfacher als sich damit auseinanderzusetzen.

Die Angst vor dem Unbekannten und davor, abgeschrieben zu werden, lässt die ältere Generation immer gegen die Jüngeren stänkern. Das weiss ich jetzt. Vor einigen Jahren habe ich mich aber noch einlullen lassen und mich dafür geschämt, jung zu sein. Aber ich bin keine 22 mehr, sondern 27. Diese fünf Jahre Unterschied mögen (mal wieder) belächelt werden. Aber in dieser Zeitspanne habe ich vor allem eins gelernt: selbstbewusst mit meinem Alter umzugehen. Denn nicht ich als Nachwuchs muss lernen, dass es wichtig ist, eine unpraktisch große Zeitung in der viel zu hektischen und vollen Bahn zu lesen. Die Alteingesessenen sollten lernen, dass Zeitungen heute in App-Format ultra schnell, zu jedem Zeitpunkt und viel praktischer und kompakter verfügbar sind. Und, hey, das ist auch noch umweltschonend!

Ich halte nichts von Dingen, die man nicht hinterfragen darf, weil sie schon immer so gemacht wurden. Ich möchte vor ihnen auch nicht in Demut verfallen, nur weil sich einige Leute nicht eingestehen können, dass Traditionen nicht immer sinnvoll sind. Ich sollte selbstbewusst nach draussen gehen und sagen: „Das ist die Zukunft, ICH bin die Zukunft und ihr seid sowas von gestern! Und wenn ihr auch zu dieser Zukunft gehören und nicht auf’s Abstellgleis gestellt werden wollt, dann setzt euch verdammt noch mal mit Instagram, Blendle und Snapchat auseinander. Lernt von den jungen Leuten, anstatt sie ständig zu verfluchen.“

Aber nicht nur das Fluchen über Handy & Co. hat mich an mir zweifeln lassen. Auch die Aussagen über die unfreundliche Jugend haben mir ganz schön zugesetzt. Es mag zwar etwas subjektiv sein, aber in den seltensten Fällen war eine Person über 35 freundlicher zu mir als eine Person unter 35. Herabhängende Mundwinkel, Motzen über Radfahrer, Anrempeln in Menschenmassen, Vordrängeln an der Kasse, alles ein Werk von älteren. Was ich sagen will: Die Jugend ist alles andere als schlecht. Und, nein ich verdumme nicht, wenn ich auf mein Handy glotze. Denn ich lese dort ganz fanzy digital die Sueddeutsche und Spiegel Online.

Die alte Generation hat Angst vor der Jungen. und wenn man da selbstbewusst daher kommt, gilt man schnell als arrogant oder wird als Jungspund abgetan. Früher hat mich das eingeschüchtert. Heute weiss ich, das ist der verzweifelte Versuch zu sagen: „Ich bin auch noch wichtig!“ Ein Kampf gegen Windmühlen. Denn wenn wir wirklich alle etwas gemein haben, dann ist es das Älterwerden.

15 comments

  1. Katarzyna

    Hallo,

    dieser Beitrag ist unreif und verallgemeinernd. Immer mehr Menschen setzen sich im hohen Alter mit modernen Technologien und Medien auseinander. So zum Beispiel meine Mutter mit fast siebzig und auch weitere Personen in meinem Umfeld. Die ältere Generation aufgrund eigener Erfahrungen abzuurteilen ist recht engstirnig. Ich bin fast vierzig, bekomme gerade mein zweites Kind und setzte mich nach abgeschlossenem Studium immer wieder mit neuen Dingen auseinander. Ich zähle mich weder zu den älteren noch urteile ich die Jugend ab. Im Übrigen ist es so, dass sich heutzutage viele aktiv für Kinder entscheiden oder halt gar nicht und die, die es tun, tun es meistens, weil sie sich dessen bewusst sind, dass Kinder die Zukunft bedeuten. Wir sind ein ganz moderner Haushalt und jede Generation geht respektvoll mit der anderen um und akzeptiert Neuerungen. Die ein oder andere versucht sie auch zu leben. Dies gilt sowohl für manche Traditionen, die die jungen Mitglieder annehmen als auch für Neuerungen, die die älteren als sinnvoll für sich erachten.

    Katarzyna

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    1. Vicky

      Ich habe leider andere Erfahrungen gemacht und denke, dass sich die Jüngeren viel zu oft von Argumenten gegen ihr Konsum- und Kommunikationsverhalten einschüchtern lassen, was schade ist, da es dafür oft keinen Grund gibt – ausser eben die Angst der Älteren vor neuen Medien. Ich kann deinen Einwand aber durchaus verstehen und ich finde es toll, zu lesen, dass es bei euch so läuft. :-)

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  2. Esra

    Liebe Vickie,
    ich finde den Artikel auch etwas überzogen!
    Klar gibt es alte Leute, die total versteinert in ihrer Angst und in ihren Vorstellungen sind, aber die schimpfen dann auch nicht nur auf die Jugend, sondern auf schlichtweg alles.
    Und ein Mensch mit 40 weiß durchaus einen unterschied zweischen 22 und 27 Jahren! Vierzig ist ja auch nicht neunzig!! Du wirst sehen - zwischen 27 und 40 vergeht die Zeit ganz schnell ;)
    lg
    Esra

    http://nachgesternistvormorgen.de/

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    1. Vicky

      Ich glaube, dass mein Artikel irgendwie etwas falsch rüber gekommen ist. Wahrscheinlich habe ich mich auch nur falsch ausgedrückt. Es geht mir in erster Linie nicht darum, gegen jemanden zu motzen, sondern jüngeren, die sich von motzenden Erwachsenen (womit ich natürlich bei weitem nicht alle meine), einschüchtern lassen. Und genau denen möchte ich Mut machen.

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  3. Mel

    Ich teile deine Meinung auch nur zu 50 %. Ich hab auch schon negative Erfahrungen gemacht und wurde sogar bei zwei Jobs, die ich mal hatte, diskriminiert, weil ich da die Jüngste war (bei dem einen Job war ich 17, bei dem anderen 19) und der Rest der Kollegen aus frustrierten, älteren Damen bestand, die bei jeder Gelegenheit versucht haben, mich schlecht zu machen und meine Unsicherheit und Unerfahrenheit auszunutzen und mich als unfähig und dumm hinzustellen, einfach unglaublich war das. Aber leider war ich damals so schüchtern und ich bin auch so erzogen worden, dass man nicht frech zu älteren Mitmenschen ist, dass ich mich überhaupt nicht getraut habe, da in irgendeiner Form Kontra zu geben. So etwas würde ich mir heute keinesfalls mehr gefallen lassen. Allerdings habe ich (ich bin ein Jahr älter als du) auch sehr schlechte Erfahrungen mit jüngeren Leuten gemacht. Es stimmt leider nicht, dass jeder sein Handy dafür benutzt, online Zeitung zu lesen, ich glaube, da bist du eher die Ausnahme. Ich bin täglich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs und ich beobachte immer gerne, was meine Mitmenschen so machen und wie oft ich mich schon inmitten von jungen Menschen befunden hab, die alle nur Candy Crush gespielt haben oder über Whatsapp (ohne ausgestellten Ton natürlich) kommuniziert haben oder stundenlang laute Privatgespräche in der vollen Bahn geführt haben, kann ich gar nicht mehr zählen. Das heißt natürlich nicht, dass sie automatisch schlechte und / oder dumme Menschen sind aber gut finde ich das leider trotzdem nicht. Ich finde auch nicht, dass man in der Vergangenheit leben und sich jedem neuen Medium verweigern sollte (das sollte kein Mensch, egal wie alt er ist) aber was ich vermisse ist, dass vor allem die jungen Menschen sich so oft nicht kritisch mit dem Ganzen auseinandersetzen, sondern jede neue App ausprobieren, allen noch so obskuren Online-Anbietern ihre privatesten Daten freiwillig geben und Bilder hochladen, die sie vielleicht nicht hochladen sollten nur um irgendwie das Gefühl zu haben, dazu zu gehören. Ich finde diese Entwicklung sehr traurig und trotz dem die technische Welt, in der wir leben, sich weiter und weiter entwickeln wird, egal was der Einzelne davon hält, fände ich es doch schön, wenn wir alle (egal ob jung, ob alt, ob irgendwo dazwischen), nicht alles in dieser Richtung mitmachen würden und im Alltag einfach mal etwas mehr drauf achten würden, was neben uns (und dem Handy-Display) so passiert und vielleicht etwas mehr aufeinander Rücksicht nehmen.

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  4. Marie

    ich find du hast recht und ich versteh genau was du meinst. natürlich geht es da nicht um jeden jungen und alten, dsa sagst du ja auch gar nicht. ich fühle mich manchmal auch eingeschüchtert wenn man von jeder ecke hört, das und das sei schlecht. natürlich gbt es aber auch ältere, die sich dafür interessieren, was die jungen leute so treiben. aber trotzdem schingt da leider oft ein negativer unterton mit

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  5. Fran

    Ups, was hat Dir denn die Laune so verhagelt? Scheint ein sehr verknöcherter "alter" Mensch gewesen zu sein. Ich zähle mich mit meinen 50 Jahren jetzt einfach mal zu den von Dir so wenig geschätzten Alten. Mir erschienen übrigens mit 27 auch alle über 40 als uralt... kein Problem also soweit.
    Aber mir scheint, du machst den gleichen Fehler, den du gerade den Alten vorwirfst. Du pauschalisierst.
    Als ich unter 25, war vieles anders. Ganz ohne Wertung, einfach anders. Weder schlechter noch besser. Zu akzeptieren, dass viele Dinge bei der nächsten Generation anders funktionieren, ist manchmal gar nicht so einfach. Aber wenn man miteinander redet, funktioniert das ganz gut. Dazu gehört aber die Bereitschaft von beiden Seiten, einander zuzuhören.
    Und natürlich kann man von jungen Menschen lernen. Aber man darf auch für sich entscheiden, dass man sich mit den modernen Kommunikationsmitteln nicht umgehen mag und gehört deshalb noch lange nicht aufs Abstellgleis, mit Verlaub. Man kann nämlich tatsächlich ohne Handy leben - mein Vater zum Beispiel schafft das mit 85 spielend - und darf für sich ganz allein entscheiden, ob man das möchte. Allerdings sollte man im Gegenzug denjenigen, die entscheiden, dass ihr Leben nur mit Handy funktioniert, das nicht vorwerfen. Tut mein Dad im Übrigen auch nicht. Er schaut sich das eher interessiert an.
    Auch ich lerne täglich von meinen Töchtern im Teeniealter. Und sie lernen täglich von mir. Ich finde nicht alles gut, was in Sachen social media abgeht. Und sie finden noch lange nicht gut, dass ich manchmal von ihnen verlange, mich anzurufen, weil ich nicht ständig die WhatsApp-Nachrichten auf dem Handy lese. Aber wir verfluchen einander nicht, wir behandeln uns mit Respekt. Und das ist wichtig: egal ob alt oder jung, Respekt sollte man vor jedem Mitmenschen haben. Dann erübrigt sich das Niedermachen.

    Liebe Grüße
    Fran

    P.S. Früher war aber tatsächlich mehr Lametta ;-)

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  6. Eni

    Liebe Vicky,

    gerade las ich diesen Beitrag, der auf mich ehrlich gesagt wahnsinnig festgefahren wirkt.

    Wieso zwischen "Jung" und "Alt", zwischen vermeintlich innovativ vs. rückschrittlich unterscheiden? Meiner Meinung nach urteilst Du hier unfair und unreflektiert; beinahe diskriminierend scherst Du hier Menschen, welche das in Jahren gezählte Alter 35+ erreicht haben, über einen Kamm. Im Grunde hat all das von Dir beschriebene jedoch mit großer Sicherheit nichts mit dem Alter zu tun, sondern viel mehr mit persönlichen Einstellungen, Charaktereigenschaften usf.

    Wir leben in einer bunten und postmodernen Gesellschaft, lass Dich doch nicht durch ein paar nörgelige Menschen dazu hinreißen selbst ein solcher zu werden, das wäre schade ...

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  7. Elli

    Hallo Vicky,

    ich bin kein regelmäßiger Leser Deiner Posts aber was mir wirklich auffällt, ist dass Du sehr oft meckerst.
    Gibt es Dinge über die Du Dich freust? Ich lese eigentlich stets nur Du wirst angefeindet, weil du zu schön bist, zu dünn, zu sportlich, zu rothaarig, zu vegetarisch... keine Ahnung was noch alles. Die Welt ist ungerecht, ob es Follower zahlen sind oder der stressige Alltag. Irgendwie finde ich das traurig. Vielleicht ist mein Eindruck auch falsch. Aber positives von Dir zum lesen zu finden
    fällt schwer. Du regst Dich zu viel auf ;-) Und genau das wirfst Du hier anderen Leuten vor. Oft regt einen ja am meisten auf, was einen selber spiegelt.

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    1. Vicky

      Liebe Elli, ich weiss genau, was du meinst und grundsätzlich bin ich auch sehr offen gegenüber der "Spiegel"-Theorie. Niemand ist davor gefeit – warum sollte ich es sein? Ich bin diesbezüglich auch gerne sehr kritisch mir selbst gegenüber. Rechtfertigungen sind zwar immer doof, denn Kritik ist ja durchaus angebracht. Aber als Erklärungsversuch möchte ich dir sonst gerne meine zahlreichen Beauty- und Modeposts nahelegen, die grundsätzlich nicht "meckernd" dargestellt werden. In der Diary-Kategorie schreibe ich übrigens über das, was mich persönlich bewegt. Eben Gedankengänge, die ich mit euch teile. Und kritisch Sachen wahrzunehmen bzw. überhaupt gewissen Dinge wahrzunehmen, zählen für mich nicht zum "Meckern". Aber ich akzeptiere natürlich, dass du sowas nicht gerne liest. Ich biete dir gerne zahlreiche meienr Posts an, die einen Service-Charakter und einen positiven Vibe haben:
      http://vickywanka.blogwalk.de/hommage-an-die-nebenbei-blogger.html
      http://vickywanka.blogwalk.de/uber-das-gluck.html
      http://vickywanka.blogwalk.de/wie-wird-man-moderedakteurin.html
      http://vickywanka.blogwalk.de/write-diary-post.html
      http://vickywanka.blogwalk.de/5-tipps-altkleider-hamburg.html
      http://vickywanka.blogwalk.de/faq.html

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